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Sicherung springt beim Lichtschalter? Häufige Ursachen und sichere Prüfung in 8 Schritten

Toni

Wenn beim Betätigen des Lichtschalters der Leitungsschutzschalter oder FI auslöst, steckt meist ein konkreter elektrischer Fehler dahinter – nicht „zu viel Verbrauch“. Mit einer systematischen Prüfung können Sie die Ursache eingrenzen, typische Montagefehler erkennen und entscheiden, wann ein Elektrofachbetrieb ran muss.

Was genau löst aus – Sicherungsautomat oder FI?

Für eine treffsichere Fehlersuche ist entscheidend, welches Schutzelement fällt: Ein Leitungsschutzschalter (umgangssprachlich „Sicherung“) reagiert häufig auf Kurzschluss oder Überlast in der betroffenen Leitung. Ein FI/RCD löst eher bei Fehlerstrom gegen Erde aus, z. B. durch Feuchtigkeit, beschädigte Isolation oder einen Defekt im Vorschaltgerät. Notieren Sie, welches Gerät auslöst und ob es sofort oder erst nach Sekunden passiert – dieses Timing ist oft der beste Hinweis.

Wichtig: Das Vorgehen ähnelt sich bei vielen Stromkreisen im Haus – beispielsweise auch, wenn Sie einen Garagentorantrieb anschließen und dabei ein Schutzorgan auslöst. Das Muster ist meist dasselbe: Verbraucher abklemmen, Schritt für Schritt eingrenzen, dann gezielt prüfen.

Materialien und Werkzeuge

  • Zweipoliger Spannungsprüfer: zum sicheren Feststellen von Spannungsfreiheit (kein „Phasenprüfer“-Schraubendreher).
  • Isolierte Schraubendreher: für Klemmen an Leuchte, Schalter und ggf. Abzweigdose.
  • Taschenlampe: falls der betroffene Raum stromlos bleibt.
  • Ersatzleuchtmittel / Ersatzlampe: um einen Defekt im Leuchtmittel schnell auszuschließen.
  • WAGO-/Federklemmen: zum erneuten, sicheren Klemmen von Leitern bei lockeren Verbindungen.
  • Multimeter (optional): für Widerstands-/Durchgangsprüfungen im spannungsfreien Zustand.
  • Leiter/Arbeitsbock: für sicheren Zugang zur Deckenleuchte.
  • Herstelleranleitung/Schaltplan: hilfreich bei Umbauten – ähnlich wie, falls Sie einen Garagentorantrieb anschließen und Klemmenbezeichnungen prüfen müssen.

Vorgehen in 8 Schritten

  1. Sicherheit zuerst: Stromkreis abschalten und Spannungsfreiheit prüfen
    Schalten Sie den betroffenen Automaten aus und prüfen Sie an der Leuchte/Schalterdose zweipolig, dass wirklich keine Spannung mehr anliegt.
  2. Beobachten: Löst der Automat sofort oder verzögert aus?
    Sofortiges Auslösen spricht eher für Kurzschluss oder Verdrahtungsfehler. Verzögert kann auf thermische Effekte, Defekt im Treiber oder Feuchtigkeit hindeuten.
  3. Leuchtmittel/Leuchte testweise tauschen
    Entfernen Sie das Leuchtmittel (oder trennen Sie die Leuchte) und testen Sie mit einem anderen, passenden Leuchtmittel. Defekte LED-Lampen oder Treiber können Kurzschlüsse verursachen.
  4. Schalter und Anschlussklemmen kontrollieren
    Im spannungsfreien Zustand: Sitzen Adern fest? Gibt es angequetschte Isolation, herausstehende Kupferdrähte oder eine beschädigte Ader? Bereits ein einzelner Drahtfaden kann den Kurzschluss auslösen.
  5. Prüfen, ob ein Dimmer oder Bewegungsmelder beteiligt ist
    Inkompatible Kombinationen (z. B. LED + alter Dimmer) können zu Fehlfunktionen führen. Testen Sie vorübergehend ohne Dimmer (nur durch Fachkundige bzw. fachgerecht).
  6. Feuchtigkeit und Umgebungseinflüsse ausschließen
    Außenleuchten, Keller, Bad: Feuchtigkeit in Fassung, Anschlussdose oder Leuchte kann den FI auslösen. Trocknen allein reicht oft nicht – Ursache (Dichtung, Riss, Kondenswasser) muss behoben werden.
  7. Stromkreis eingrenzen: Verbraucher abklemmen, dann schrittweise wieder zuschalten
    Klemmen Sie die Leuchte ab und sichern Sie die Leiter einzeln in Klemmen. Wenn der Schalter dann nicht mehr auslöst, liegt der Fehler sehr wahrscheinlich in der Leuchte/deren Anschluss. Diese Methode ist auch bei Erweiterungen hilfreich – etwa wenn Sie Garagentorantrieb anschließen und der Fehler nur bei zugeschaltetem Verbraucher auftritt.
  8. Wenn der Fehler bleibt: Fachbetrieb hinzuziehen
    Löst der Schutzschalter trotz abgeklemmt­er Leuchte aus, kann ein Leitungsfehler (Nagel/Schraube, beschädigtes Kabel, defekte Abzweigdose) vorliegen. Das erfordert Messungen (Isolationsmessung, Schleifenimpedanz) und sollte von einem Elektroinstallationsservice durchgeführt werden.

Typische Fehler und schnelle Lösungen

  • Lose Klemmen oder „halb“ gesteckte Leiter: Neu abisolieren, sauber und vollständig klemmen, Zugprobe machen.
  • Verpolung/Vertauschung in der Leuchte: Klemmenbezeichnungen prüfen (L, N, PE). Bei Unsicherheit Verdrahtung vom Elektriker prüfen lassen.
  • Beschädigte Ader durch Montage: Gequetschte Isolation oder angebohrte Leitung ist ein Fall für Messgeräte und Fachbetrieb.
  • FI löst nur bei Regen/Feuchte aus: Leuchte und Dose auf Dichtheit prüfen, geeignete Schutzart (IP) sicherstellen.
  • Unpassender Dimmer für LED: LED-tauglichen Dimmer verwenden oder Dimmer entfernen/ersetzen.
  • Fehlersuche ohne klare Abgrenzung: Immer nur eine Änderung pro Testschritt, sonst ist die Ursache nicht nachvollziehbar.
  • Übertragen von Klemmenlogik aus anderen Projekten: Beim Garagentorantrieb anschließen werden Klemmen oft anders bezeichnet als bei Lichtstromkreisen – immer nach Plan arbeiten, nicht nach Gefühl.

Kurzfazit

Wenn beim Einschalten des Lichts ein Schutzschalter fällt, ist das ein klares Signal für Kurzschluss, Fehlerstrom oder einen Defekt in Leuchte, Schalter oder Leitung. Mit einem strukturierten Ausschlussverfahren (spannungsfrei prüfen, Verbraucher trennen, Klemmen kontrollieren, Feuchtigkeit/Dimmer berücksichtigen) lässt sich die Ursache häufig eingrenzen. Bleibt der Fehler bestehen oder betrifft er die feste Installation, ist eine professionelle Fehlersuche durch einen Elektrofachbetrieb die sicherste und schnellste Lösung.

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